Enogastronomia - Friuli Venezia GiuliaFriaul Julisch Venetien, der Schmelzpunkt von italienischen, slowenischen und mitteleuropäischen Kulturen, bietet viele Überraschungen in seinen Tafelgenüssen! Die typischen Rezepte entstammen der venezianischen, slawischen und österreichisch-ungarischen Tradition.

Der Geschmack des Karstes

Es klingt wenig glaubhaft, aber der karstige Boden, so hart und karg er ist, kann unseren Gaumen immer wieder überraschen. Und das auf einer Hochebene, einem Gebiet reich an Farben; dem Blau der Adria, dem Weiß der Kalksteine und dem Grün einer besonderen Vegetation. Die Tour wird uns zu den in den Stein gegrabenen Weinkellern, zu kleinen Olivenöl produzierenden Familienbetrieben und typischen Osmize (Buschenschänken) bringen.

Auf der typischen roten Erde des Karstes gedeihen seit Jahrhunderten rubinrote schwere Weine gleichermaßen wie auch elegante und frische Weißweine. Neben den Weingärten baut man seit der vorrömischen Zeit auch Olivenbäume an, aus denen Olivenöl „DOP Tergeste“ gepresst wird.

Die Bauern im Karst produzieren Käse aus Kuhmilch aber auch aus Schaf- und Ziegenmilch, manche Käse reifen mindestens vier Monate lang in einigen der hunderten kleinen Karstgrotten. Andere Sorten Käse werden mit den Kräutern der karstigen Heide gewürzt.

Aber am Ende nicht zu vergessen: der Honig vom Karst mit seinem unverwechselbaren Aroma.

Gusto, Natur und Kultur in der Heimat des San-Daniele-Schinkens

Wieviel althergebrachtes Wissen, wieviel Arbeit und wieviel Liebe ist in jeder Scheibe dieses wunderbaren Schinkens versteckt? Kommen Sie mit unserem Fremdenführer, um die Geheimnisse von San Daniele del Friuli zu entdecken, von diesem malerischen Städtchen in den friaulischen Moränenhügeln. Der Spaziergang wird Sie durch das historische Stadtzentrum mit der „Biblioteca Guarneriana“ führen, einer Bibliothek aus dem 15. Jh., die kunstvolle Miniaturen mit ausgeschmückten Kodizes aufbewahrt. Eindrucksvoll auch der Dom aus dem 18. Jhdt., die Fresken von Pellegrino da San Daniele in der Kirche von Sant’Antonio Abate, die auch „Cappella Sistina von Friaul Julisch Venetien“ genannt wird.

Wenn Sie die verborgenen Schönheiten der Stadt entdeckt haben, sind Sie nun bereit, mit uns hinter das Geheimnis der Herstellung des rohen Schinkens zu kommen, der auf der ganzen Welt wegen seines süßen Geschmacks und seines feinen Aromas berühmt ist. Hintergrund: Das Mikroklima ist hier ganz besonders. Die Winde der Karnischen Alpen treffen und mischen sich mit der Brise der Adria. Wir werden eine Schinkenfabrik besuchen, um mehr darüber zu erfahren und natürlich werden wir Scheiben verschiedener Schinken verkosten. Haben Sie schon Lust darauf bekommen?

Nicht weit weg von San Daniele, in der Oase von Quadris von Fagagna, kann man noch die magische Welt der Störche entdecken und das Naturschutzgebiet des Sees von Cornino, um den schwerelosen Flug der Gänsegeier zu verfolgen.

Cividale del Friuli, zwischen den östlichen Hügeln von Friaul und den Natisonetälern

Cividale ist UNESCO-Welterbe, weil sie die Hauptstadt des ersten langobardischen Herzogtums in Italien war. Die Führung beginnt in mittelalterlichen Gassen und Stadtteilen, eine Pause im Tempietto Longobardo (dem langobardischen kleinen Tempel), ein wunderbares Beispiel frühmittelalterlicher Architektur und ebensolcher Skulpturen in Europa. Dann zum Dom mit seinem angeschlossenen Christlichen Museum, um die Meisterwerke der langobardischen Kunst, wie den Altar von Ratchis und das Baptisterium von Callisto, zu bewundern.

Die Führung erstreckt sich in die Umgebung, um die Gaumenfreuden des Gebietes schätzen zu lernen, mit Besichtigung und Verkostung in einem der Weinkeller des DOC-Gebietes „Colli Orientali del Friuli“. In dieser Zone sind die Weinstöcke gegen die kalten Winde der Julischen Alpen geschützt und erfahren nur den ständigen Luftzug der Adria. Diese besonderen Bedingungen schaffen Weine von geringem Ertrag, aber sehr hoher Qualität.

Nicht weit von Cividale öffnen sich die wunderschönen Natisonetäler mit ihrer eindrucksvollen kargen Schönheit. Wir haben die Voralpen erreicht, nahe der Grenze zu Slowenien, wo in diesen abgelegenen Landdörfern seit Jahrhunderten slawische Gemeinschaften wohnen. Das wird die Gelegenheit bieten, um einer ganz besonderen Kultur näherzukommen und zwar durch das SMO von San Pietro al Natisone, dem einzigen multimedialen Museum über die slowenische Gemeinschaft und Kultur. Einen wahrhaften Genuss bedeutet auch eine Verkostung von Süßigkeiten der örtlichen Tradition, wie Gubana und Strucchi.

Der Collio und Gorizia: zwischen Hügeln, Weinreben und einer tausendjährigen Geschichte

Sie werden mit unserem Fremdenführer beim Spazieren im historischen Zentrum von Gorizia die verschiedenen Abschnitte der Geschichte der Stadt wiedererleben. Die Erinnerung an das „österreichische Nizza“, berühmt für sein Klima, Ferienziel von adeligen und reichen bürgerlichen Familien in den habsburgischen Zeiten, lebt noch weiter in den breiten Alleen des Zentrums. Die Erinnerung der „Stadt aus Trümmern“, schwer zerstört während des Ersten Weltkriegs, wird in der Besichtigung des Weltkriegs-Museums wieder präsent. Der Geist des „italienischen Berlin“ liegt noch über der Piazza Transalpina, dem Symbol der einstmals vom eisernen Vorhang geteilten Stadt. Heute kann man hier den einen Fuß auf italienischen und den anderen auf slowenischen Boden setzen!! Wir werden diese Grenze überqueren und einen Weinkeller besichtigen und diese guten Tropfen mit süßen Kostproben von Presnitz und Putizza genießen, den Mehlspeisen aus echter slowenisch-österreichisch-italienischer Tradition.

Spilimbergo: Mosaike und Kulinarik

Spilimbergo, ein Dorf, das seinen Namen von den kärntnerischen Grafen Spengenberg bekommen hat. Hier stehen eindrucksvolle Gebäude: das Schloss mit dem wunderschönen bemalten Palast, der Dom, eines der schönsten gotischen Gebäuden im Friaul, mit Fresken und einer wertvollen Renaissanceorgel. Der geführte Spaziergang wird Sie durch die Gassen des mittelalterlichen Dorfes zur berühmten Mosaikschule führen. Sie werden von den Mosaiken und Terrazzoböden des Schulgebäudes bezaubert sein. Mit dem Fremdenführer werden Sie erleben, wie unter den geduldigen Händen der Studenten die Mosaik-Kunstwerke noch heute so entstehen wie in römischen Zeiten.

Spilimbergo wird Sie aber auch anders überraschen, dieses Mal heisst es, bequem am Tisch zu sitzen! Die örtlichen Gasthäuser bieten die Möglichkeit, die typischen regionalen Gerichte zu kosten. Etwa den Montasiokäse DOP, der typischste unter den friaulischen Käsen mit seinem unverwechselbaren Aroma, der seit dem 13. Jh. auf der Montasio-Hochebene erzeugt wird, oder der Käse Asìno, der „Eselkäse“, der aber trotz seines Namens aus Kuhmilch hergestellt wird!

Wer es deftig fleischig liebt, dem raten wir zur Putina, einer Frikadelle bzw. Fleischlaibchen aus Reh-, Ziegen- oder Schaffleisch, mit Maismehl paniert und dann noch geräuchert.